Wo entsteht statische Elektrizität im Druck und Etikettendruck?

Papier, Karton, Kunststofffolie und Etikettenmaterialien, die im Druck verwendet werden, sind isolierend oder haben eine geringe Leitfähigkeit. Während diese Materialien durch die Druckmaschine laufen, berühren sie ständig Zylinder, Führungen und einander. Jede Berührung und Trennung lässt Ladung auf der Oberfläche entstehen. Die wichtigsten Stellen sind:

  • Abwickeln: Bei Maschinen, die von der Rolle zugeführt werden, etwa im Flexo- und Etikettendruck, trennen sich die Lagen beim Abwickeln voneinander und laden sich auf.
  • Bogenzuführung: In Offsetmaschinen laden sich die Bogen auf, wenn sie bei der Zuführung voneinander getrennt werden und übereinander gleiten.
  • Drucken und Trocknen: Wenn das Material Druckzylinder und Walzen passiert, nimmt die Ladung zu; auf trocknendem Material, das Feuchtigkeit verliert, sammelt sich Ladung leichter an.
  • Schneiden, Falzen und Stapeln: Geschnittene Bogen und Etiketten reiben an der Auslage aneinander, wenn sie übereinanderliegen.

Im Sieb- und Tampondruck halten die zu bedruckenden Kunststoffteile und Platten mit der Ladung, die sie beim Formen oder beim Transport aufgenommen haben, vor dem Druck Staub auf der Oberfläche fest. Auch bei Inkjet- und Laserdruckanwendungen zieht die geladene Oberfläche vor dem Druck Staub an.

Auswirkungen auf die Produktion

  • Druckfehler: Staub, der vor dem Druck auf der Oberfläche haftet, führt im Druck zu nicht eingefärbten Punkten und Flecken; die Ausschussquote steigt.
  • Zuführprobleme: Aneinander haftende Bogen werden gemeinsam in die Maschine eingezogen oder verklemmen bei der Zuführung.
  • Maschinenverschmutzung: Staub lagert sich auf Druckformen und Walzen ab, beeinträchtigt den gleichmäßigen Maschinenlauf und verursacht zusätzlichen Reinigungsaufwand.
  • Probleme beim Stapeln und an der Auslage: Geladene Bogen und Etiketten lassen sich an der Auslage nicht sauber stapeln.
  • Elektrische Schläge für Bediener: Bediener, die geladene Rollen und Stapel berühren, können elektrische Schläge bekommen.

Lösung: Welches Produkt wo?

Abwickeln, vor dem Druck und Auslage: Der Antistatik-Stab sorgt aus maximal 4 cm Abstand zum Material für eine kontinuierliche Neutralisation; mit luftunterstützten Modellen erhöht sich dieser Abstand auf bis zu 50 cm. Dank seines sehr schmalen Profils lässt er sich auch in engen Maschinenzwischenräumen montieren und wird in einem Stück von 10 cm bis 4 m gefertigt.

Enge Maschinenbereiche: An Stellen der Papier- oder Folienbahn, an die kein Stab passt, lenkt die Ionisationsdüse ionisierte Luft direkt in den Zielbereich. Düsen werden vor allem an Druckmaschinen eingesetzt, darunter im Offset- und Tampondruck; sie haben einen Wirkabstand von 500 mm und arbeiten mit 5–6 bar trockener, sauberer Druckluft.

Siebdruck und manuelle Reinigung: Um vor dem Siebdruck kleine Teile zu entladen und zu entstauben, wird die Ionisationspistole eingesetzt. Auch die Pistole hat einen Wirkabstand von 500 mm und benötigt 5–6 bar Druckluft.

Flexo- und Plattendruck: An Stellen, an denen man nur schwer nah an das Material herankommt, bläst das Ionisationsgebläse ionisierte Luft aus 1–2 m Abstand und benötigt keine Druckluft.

Staubentfernung vor dem Druck: Der Web Cleaner befreit die zu bedruckende Oberfläche an der Linie mit Ionisationsstäben, Druckluft und Absaugsystem von Staub. Für eine Materialseite wird das einseitige, für beide Seiten das beidseitige Modell gewählt.

Stäbe, Düsen und Pistole beziehen die erforderliche Hochspannung vom AC-Hochspannungsnetzteil. Das In-Mould-Labeling (IML) ist dagegen eine eigene Anwendung: Dort wird elektrostatische Aufladung genutzt, damit das Etikett im Werkzeug haftet; sie wird auf einer eigenen Seite beschrieben.

Problem Lösung Produkt
Nicht eingefärbte Punkte und Flecken im Druck Neutralisation und Staubabsaugung vor dem Druck Web Cleaner
Bogen haften aneinander, Zuführung stockt Neutralisation an Zuführung und Auslage Antistatik-Stab
Enge Stelle ohne Platz für einen Stab Ionisierte Luft mit Druckluft (500 mm) Ionisationsdüse
Staub auf kleinen Teilen vor dem Siebdruck Manuelle Anwendung ionisierter Luft Ionisationspistole
Große Fläche, weit vom Material Ionisierte Luft per Ventilator (1–2 m) Ionisationsgebläse

Für die richtige Lösung

Um das passende Produkt und die passende Länge zu bestimmen, genügen uns folgende Angaben: bedrucktes Material (Papier, Karton, Folie, Etikettenmaterial), Druckverfahren, Material- bzw. Rollenbreite, Maschinengeschwindigkeit, Montageabstand der Geräte zum Material und ob an der Maschine Druckluft vorhanden ist. Geben Sie für die Staubentfernung außerdem an, ob eine Seite oder beide Seiten gereinigt werden müssen. Eine Messung mit dem Feldmessgerät an der Stelle, an der das Problem auftritt, zeigt Höhe und Polarität der Ladung und beschleunigt die Diagnose.

Senden Sie uns die Angaben über das Kontaktformular; gemeinsam bestimmen wir die am besten geeignete Lösung für Ihre Drucklinie.

Produkte

Entladesysteme

Antistatik-Stäbe

Das gängigste Entladegerät: erzeugt mit AC-Hochspannung an seinen Emitterspitzen positive und negative Ionen. Induktive, kapazitive und luftunterstützte Modelle; 10 cm–4 m in einem Stück.

Wirksamer Arbeitsabstand
max. 4 cm (luftunterstützte Modelle max. 50 cm)

Entladesysteme

Ionisationsdüsen

Druckluftunterstützte Ionisationsdüse, die statische Elektrizität an engen Stellen beseitigt, an die kein Antistatik-Stab passt. Sie entlädt und reinigt die Oberfläche von Staub.

Wirkabstand
500 mm

Entladesysteme

Ionisationspistole

Druckluftunterstützte Ionisationspistole zum manuellen Entladen kleinerer Teile. Sie beseitigt die statische Ladung und reinigt die Oberfläche von Staubpartikeln.

Wirkabstand
500 mm

Entladesysteme

Ionisationsgebläse

Ventilatorgestütztes Entladegerät für die Ionisation aus größerer Entfernung (1–2 m). Über die Ventilatordrehzahl lässt sich der wirksame Abstand per Dimmer vergrößern oder verkleinern.

Wirksamer Ionisationsabstand
1–2 m

Staubentfernungssysteme

Web Cleaner (Bahnreinigung)

Web Cleaner, der mit Ionisationsstäben, Druckluft und Absaugung Staub vor dem Druck von der Materialoberfläche entfernt. Erhältlich als einseitiges und beidseitiges Modell.

Modellvarianten
Einseitig oder beidseitig

Messgeräte

Feldmessgerät

Digitales Messgerät, das Höhe und Polarität (+/-) der statischen Ladung auf isolierenden Materialien wie Kunststoff, Papier und Gewebe erfasst. Messbereich 0–200 kV, mit Alarmausgang.

Messbereich
0–200 kV

Schildern Sie uns Ihr Statikproblem

Nennen Sie uns Materialart, Bahnbreite und Geschwindigkeit; gemeinsam finden wir die passende Lösung. Auf Angebotsanfragen antworten wir innerhalb von 2–3 Werktagen.