Dieser Leitfaden hilft Ihnen, Schritt für Schritt zu bestimmen, welches Produkt von Statikcell für Ihr Problem mit statischer Elektrizität geeignet ist. Die folgenden Schritte erleichtern die erste Auswahl; für das genaue Modell und die genauen Maße empfehlen wir Ihnen, uns Ihre Anwendung zu schildern.
1. Bestimmen Sie das Problem: entladen oder haften lassen?
Lösungen gegen statische Elektrizität lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen:
- Entladen (Neutralisation): Wenn Materialien aneinander oder an der Maschine haften, die Oberfläche Staub anzieht, Zuführ- und Stapelfehler auftreten oder Bediener über elektrische Schläge klagen, ist das Ziel, die Ladung zu beseitigen. Dafür werden Geräte eingesetzt, die mit AC-Hochspannung sowohl positive als auch negative Ionen erzeugen: Antistatik-Stab, Ionisationsdüse, Ionisationspistole und Ionisationsgebläse. Die Kohlefaserbürste erfüllt dieselbe Aufgabe ohne Stromanschluss.
- Elektrostatische Aufladung (Pinning): Wenn ein Material vorübergehend an einer Oberfläche oder an einem anderen Material haften soll, ist das Ziel, die Ladung gezielt zu erzeugen. Typische Anwendungen sind In-Mould-Labeling (IML), die Herstellung melaminbeschichteter MDF- und Spanplatten, zweilagige Beutel, Beutelschneiden und Stapeln. In diesem Fall werden die DC-Aufladeelektrode und der DC-Hochspannungsgenerator gemeinsam eingesetzt. Der Generator erzeugt DC 20–100 kV (je nach Modell); die Polarität wird je nach Anwendung negativ oder positiv gewählt.
2. Messen Sie
Bestimmen Sie an der Stelle, an der das Problem auftritt, mit dem Feldmessgerät Höhe und Polarität (+/−) der Ladung. Das Gerät misst aus 1–10 cm Abstand; für vergleichbare Ergebnisse halten Sie bei jeder Messung denselben Abstand ein. Direkt über geerdeten Walzen kann der gemessene Wert niedriger erscheinen, als er tatsächlich ist; messen Sie deshalb an einer Stelle des Materials, die von Walzen entfernt ist. Messen Sie nach der Installation an derselben Stelle erneut, um die Wirkung der Lösung zu überprüfen.
3. Wählen Sie das Produkt nach dem Abstand
Bei Entladegeräten ist der Abstand zum Material das wichtigste Auswahlkriterium. Da sich Ionen in ruhender Luft schnell rekombinieren und ihre Wirkung verlieren, müssen sie bei größeren Abständen mit einem Luftstrom zum Material getragen werden.
- Maximal 4 cm: Antistatik-Stab. Die gängigste Lösung für die kontinuierliche Neutralisation an der Linie. Es gibt induktive und kapazitive Modelle; sollen im Kurzschlussfall keine Funken entstehen, bietet das kapazitive Modell Vorteile.
- Bis 50 cm: Luftunterstützter Antistatik-Stab. Druckluft trägt die Ionen zum Material und vergrößert so den Arbeitsabstand.
- 500 mm, enge Stellen: Die Ionisationsdüse lenkt ionisierte Luft an engen Stellen, an die kein Stab passt, in den Zielbereich.
- 500 mm, manuelle Anwendung: Die Ionisationspistole wird vorzugsweise eingesetzt, um kleinere Teile zu entladen und zu entstauben.
- 1–2 m: Das Ionisationsgebläse ionisiert mit Ventilatorunterstützung aus größerer Entfernung; die Ventilatordrehzahl wird per Dimmer eingestellt.
- 1 cm, berührungslos und ohne Strom: Die Kohlefaserbürste arbeitet mit ihren geerdeten Kohlefaserborsten auf ebenen Materialien. Bei hohen Geschwindigkeiten kann ihre Wirkung unzureichend sein.
Stäbe, Düsen und Pistole beziehen die erforderliche Hochspannung vom AC-Hochspannungsnetzteil. Beim Gebläse ist der Hochspannungstransformator im Gerät selbst untergebracht; die Kohlefaserbürste benötigt keinen Strom.
4. Bestimmen Sie die Länge nach der Breite
Die Länge von Stab und Bürste richtet sich nach der Breite des Materials bzw. der Rolle:
- Antistatik-Stab: wird in einem Stück von 10 cm bis 4 m gefertigt.
- DC-Aufladeelektrode: wird von 10 cm bis 400 cm gefertigt.
- Kohlefaserbürste: wird in einem Stück bis 6 m gefertigt.
- Web Cleaner: wird je nach Einsatzbereich in der gewünschten Größe gefertigt.
5. Ist Druckluft vorhanden?
- Druckluft erforderlich: Düse und Pistole arbeiten mit 5–6 bar trockener, sauberer Kompressorluft; Feuchtigkeit und Öl in der Luft können die Emitterspitzen verschmutzen. Auch der luftunterstützte Stab und der Web Cleaner arbeiten mit Druckluft.
- Ohne Druckluft: Infrage kommen der Standard-Antistatik-Stab (max. 4 cm), das Ionisationsgebläse (1–2 m) oder die Kohlefaserbürste (1 cm).
6. Wenn auch Staub vorhanden ist
Statische Ladung bindet Staub an die Oberfläche; deshalb muss bei der Staubentfernung zuerst die Ladung beseitigt werden.
- An der Linie, vor dem Druck: Der Web Cleaner beseitigt die Ladung mit Ionisationsstäben, löst den Staub mit Druckluft von der Oberfläche und entfernt ihn über das Absaugsystem. Für eine Materialseite wird das einseitige, für beide Seiten das beidseitige Modell gewählt.
- Glas- und Acrylplatten: Der Dust Roller (Reinigungsrolle) wird über die Platte abgerollt und nimmt den Staub im Kontaktverfahren auf. Dank seiner antistatischen Ausführung verursacht er bei der Anwendung keine statische Aufladung und lässt sich mit reinem Alkohol reinigen.
Entscheidungstabelle im Überblick
| Bedarf | Abstand / Bedingung | Produkt |
|---|---|---|
| Kontinuierliches Entladen an der Linie | Max. 4 cm | Antistatik-Stab |
| Stab lässt sich nicht nah ans Material bringen | Bis 50 cm, Druckluft | Luftunterstützter Antistatik-Stab |
| Enge Stelle, an die kein Stab passt | 500 mm, 5–6 bar Luft | Ionisationsdüse |
| Manuelle Anwendung an kleinen Teilen | 500 mm, 5–6 bar Luft | Ionisationspistole |
| Große Fläche, großer Abstand | 1–2 m, keine Druckluft nötig | Ionisationsgebläse |
| Ohne Stromanschluss, ebenes Material | 1 cm, berührungslos | Kohlefaserbürste |
| Material vorübergehend haften lassen | Elektrodenlänge 10–400 cm | DC-Aufladeelektrode und DC-Hochspannungsgenerator |
| Staub an der Linie vor dem Druck | Einseitig oder beidseitig | Web Cleaner |
| Staub auf Glas- und Acrylplatten | Mit Kontakt, auf der Platte | Dust Roller |
| Höhe und Polarität der Ladung ermitteln | 1–10 cm | Feldmessgerät |
Wenn Sie unsicher sind
Teilen Sie uns über das Kontaktformular Materialart, Material- bzw. Rollenbreite, Bahngeschwindigkeit, Montageabstand der Geräte zum Material und die Information mit, ob an der Linie Druckluft vorhanden ist; gemeinsam bestimmen wir das passende Produkt und die passenden Maße. Bei Bedarf diagnostizieren wir das Problem vor Ort an Ihrer Linie; Einzelheiten finden Sie auf unserer Seite Service und Support.