Wo entsteht statische Elektrizität an Textil- und Vliesstofflinien?

Fasern, Garne, Gewebe und Vliesstoffe – vor allem synthetische – sammeln aufgrund ihrer isolierenden Eigenschaften leicht statische Ladung. An Textillinien reibt das Material bei hoher Geschwindigkeit ständig an Führungen, Zylindern, Walzen und an seinen eigenen Lagen. An diesen Reib- und Trennstellen entsteht Ladung:

  • Faserverarbeitung und Lagenbildung: In Vliesstofflinien laden sich feine Fasern auf, wenn sie Zylinder passieren und lagenweise abgelegt werden.
  • Zetteln und Wickeln: Garne laden sich durch Reibung auf, wenn sie Führungen passieren und auf den Kettbaum oder die Spule gewickelt werden.
  • Auf- und Abwickeln: Beim Auf- und Abwickeln von Gewebe- und Vliesstoffrollen trennen sich die Lagen voneinander.
  • Schneiden, Längsschneiden und Falten: Das Material lädt sich erneut auf, wenn es Messer und Führungen passiert.

Trockene Umgebungsluft, etwa in beheizten Produktionshallen im Winter, führt dazu, dass sich die Ladung leichter aufbaut und länger erhalten bleibt.

Auswirkungen auf die Produktion

  • Abstehende Fasern: Gleichnamig geladene Fasern stoßen sich gegenseitig ab; die Fasern stehen ab, und die Lage wird nicht gleichmäßig abgelegt.
  • Wickeln um die Maschine: Geladene Fasern und Garne wickeln sich um Zylinder, Walzen und Maschinenteile; das kann zu Abrissen und Maschinenstillständen führen.
  • Anziehen von Staub und Flusen: Geladenes Gewebe zieht Staub und Faserpartikel aus der Luft an seine Oberfläche.
  • Probleme beim Wickeln und Schneiden: Lagen haften aneinander, Kanten werden nicht sauber gewickelt, und die Schnittgenauigkeit sinkt.
  • Elektrische Schläge für Bediener: Bediener, die geladenes Gewebe oder Rollen berühren, können unangenehme elektrische Schläge bekommen.

Lösung: Welches Produkt wo?

Zetteln, Wickeln und hinter Walzen: Textil und Vliesstoffe gehören zu den wichtigsten Einsatzbereichen der Antistatik-Stäbe. Standardstäbe arbeiten mit maximal 4 cm Abstand zum Material; lässt sich der Stab nicht nah genug heranbringen, erhöhen luftunterstützte Modelle diesen Abstand auf bis zu 50 cm. Da die Stäbe in einem Stück von 10 cm bis 4 m gefertigt werden, lassen sie sich einteilig an breite Gewebe- und Vliesstofflinien anpassen. Da alle Teile zerlegbar sind, lassen sie sich im Fehlerfall reparieren.

Netzteil: Die Stäbe beziehen die erforderliche Hochspannung vom AC-Hochspannungsnetzteil. Das Zetteln in der Textilindustrie gehört zu den Einsatzbereichen dieses Netzteils. Es ist kurzschlussgeschützt, und sein kompaktes Gehäuse benötigt wenig Platz an der Maschine.

Große Abstände und große Flächen: Wenn man bei Anwendungen wie Wickeln und Zetteln nur schwer nah an das Material herankommt, bläst das Ionisationsgebläse mit Ventilatorunterstützung ionisierte Luft aus 1–2 m Abstand und benötigt keine Druckluft. Da die Ventilatordrehzahl per Dimmer eingestellt wird, lässt sich eine Stufe wählen, bei der leichte Fasern nicht verweht werden.

Wartung: In Umgebungen mit vielen Fasern und viel Staub erhält die regelmäßige Reinigung der Emitterspitzen und des Filters am Lufteinlass des Gebläses die Ionenerzeugung und den wirksamen Abstand. Für Ihre installierten Geräte sehen Sie sich gern unsere Seite Service und Support an.

Messung: Das Feldmessgerät misst Höhe und Polarität der Ladung auf isolierenden Materialien wie Gewebe aus 1–10 cm Abstand. Eine Messung vor und hinter dem Stab zeigt, ob die Neutralisation stattfindet.

Problem Lösung Produkt
Fasern stehen ab, Lage wird nicht gleichmäßig abgelegt Neutralisation aus kurzem Abstand (max. 4 cm) Antistatik-Stab
Fasern und Garne wickeln sich um die Maschine Neutralisation hinter Walzen Antistatik-Stab
Stab lässt sich nicht nah ans Material bringen Ionentransport mit Druckluft (bis 50 cm) Luftunterstützter Antistatik-Stab
Große Fläche beim Zetteln und Wickeln Ionisierte Luft per Ventilator (1–2 m) Ionisationsgebläse
Ort und Polarität der Ladung unbekannt Messung Feldmessgerät

Für die richtige Lösung

Um das passende Produkt und die passende Stablänge zu bestimmen, teilen Sie uns bitte Folgendes mit: verarbeitetes Material (Faser, Garn, Webware oder Vliesstoff), Materialbreite, Bahngeschwindigkeit, Montageabstand der Geräte zum Material und ob an der Linie Druckluft vorhanden ist. Auch an welcher Prozessstelle und in welcher Jahreszeit das Problem zunimmt, ist für die Diagnose eine hilfreiche Information.

Senden Sie uns die Angaben über das Kontaktformular; gemeinsam bestimmen wir die am besten geeignete Lösung für Ihre Linie.

Produkte

Entladesysteme

Antistatik-Stäbe

Das gängigste Entladegerät: erzeugt mit AC-Hochspannung an seinen Emitterspitzen positive und negative Ionen. Induktive, kapazitive und luftunterstützte Modelle; 10 cm–4 m in einem Stück.

Wirksamer Arbeitsabstand
max. 4 cm (luftunterstützte Modelle max. 50 cm)

Entladesysteme

AC-Hochspannungsnetzteil für Antistatik

Kompaktes AC-Hochspannungsnetzteil für den Ionenstrom: versorgt kapazitive und induktive Antistatik-Stäbe, Ionisationsdüsen und die Ionisationspistole.

Versorgung
220 V AC, 50–60 Hz

Entladesysteme

Ionisationsgebläse

Ventilatorgestütztes Entladegerät für die Ionisation aus größerer Entfernung (1–2 m). Über die Ventilatordrehzahl lässt sich der wirksame Abstand per Dimmer vergrößern oder verkleinern.

Wirksamer Ionisationsabstand
1–2 m

Messgeräte

Feldmessgerät

Digitales Messgerät, das Höhe und Polarität (+/-) der statischen Ladung auf isolierenden Materialien wie Kunststoff, Papier und Gewebe erfasst. Messbereich 0–200 kV, mit Alarmausgang.

Messbereich
0–200 kV

Schildern Sie uns Ihr Statikproblem

Nennen Sie uns Materialart, Bahnbreite und Geschwindigkeit; gemeinsam finden wir die passende Lösung. Auf Angebotsanfragen antworten wir innerhalb von 2–3 Werktagen.